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Die Edel-Kastanie

Baum des Jahres 2018

Eine gute Wahl...

hat die Baum-des-Jahres-Jury getroffen. Die Edel-Kastanie - in Deutschland vielleicht bekannter unter dem Namen "Ess-Kastanie" - ist ein würdiger Jahresbaum 2018.

Die Edel-Kastanie ist seit der Antike in Mitteleuropa zu finden, stammt aus dem Mittelmeerraum/Anatolien und Südkaukasus. Sie ist vor allem im Süden und Südwesten Deutschlands verbreitet. Es heißt, dass die Griechen und Kelten sie im Laufe des vorchristlichen Jahrtausends wohl beim Handel über das Rhonetal bis in unsere Gegend gebracht haben. Sie ist also ein sogenannter "Archäophyt", eine vor längerem in unseren Gegenden eingeführte Art. Da die Edel-Kastanie ein ähnliches Klima wie Wein mag, ist es kein Wunder, dass sie sich hier bei uns wohlfühlt!

Sie ist ein zäher, langlebiger Geselle, der auch nach dem Beschneiden auf dem Stock stets neu austreibt und so riesige Stammumfänge bilden kann. Die Wurzelstöcke bleiben dabei erhalten, damit wird sie von einigen als potentiell unsterblich beschrieben...  

Wenden wir uns vom philosophischen kurz zu den botanischen Grundinformationen:
Korrekter Name: Castanea sativa +++ Höhe: bis 25 m. im Wald bei entsprechendem Wachstumsdruck durch die Umgebung bis 35 m +++ Rinde: zunächst grünbräunlich und glatt, später dunkelgrau, rau und tief gefurcht +++ Blätter: länglich-lanzettlich, ledrig, grob gezähnt und glänzend grün, stark hervortretende Blattadern +++ gelblich blühend; sie kann sich selbst nicht befruchten. Dabei geht die männliche Blütezeit der weiblichen bei den meisten Sorten voraus - man braucht dann oft unterschiedliche Sorten mit verschiedenen Blühzeiträumen, damit Befruchtungen erfolgen können +++ Alter: es sollen im Mittelmeerraum 2.000-jährige Exemplare existieren! 

Die Edel-Kastanie ist mit der Rosskastanie nicht verwandt, sie teilen lediglich das stachelige Äußere der Früchte.

Das Holz wurde früher z. B. für Rebstöcke (Stickel), für Fässer und zum Heizen genutzt, die Blüten sind eine hervorragende Bienenweide. Die kleinen Früchte ("Maronen" oder "Keste"/"Keschte" genannt) sind bei einigen Arten sehr stärkehaltig und essbar. Heute eine Delikatesse, waren sie in früheren Zeiten jedoch eine unverzichtbare Nahrungsquelle für die ärmere Landbevölkerung. Zur Nutzung legte man oft „Selven“ (wohl aus dem Lateinischen „silva“ = Wald) an, bei denen alle Teile der dort häufig zurückgeschnittenen Bäume genutzt wurden und zwischendrin Vieh weiden konnte – ähnlich einer Streuobstwiese.

Da die Edel-Kastanie auch mit wärmeren Temperaturen gut zurechtkommt, könnte sie eine der Baumarten sein, die künftig wieder öfter bei uns zu sehen sein werden.

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